INFOTEST B-KONZERTTROMPETE GRONITZ MODELL "CHRISTOPH BAERWIND"
Hamburg-Köln - und zurück
Die B-Konzerttrompete Gronitz

| "Modell Christoph Baerwind" |
Die Großen der Branche können mit ihren Blasinstrumenten durchaus begeistern, doch vergessen wir nicht Salz in der Suppe des Instrumen-tenbaus : Die traditionelle Herstellungsart in vielen Klein - und Kleinstbetrieben. Was wäre die Welt der Trompeter ohne Kröger und Endres, Haagston, Monke, Lüttke und Gronitz..... der baut doch eigentlich Tuben, oder ? |
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| Von Ansgar
Nake Seit 1995 kommt aus der Haydnstraße in Hamburg neben den Großinstrumenten auch eine exklusive Serie deutscher Konzerttrompeten, die man sich unbedingt ansehen sollte. Sonic erhielt ein Meisterinstrument in Goldmessing und großer Bohrung, das von Christoph Baerwind, Trompeter an der Hamburger Oper und bei German Brass, mitgestaltet wurde. |
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| Jubiläum
Die Geschichte des Hamburger Betriebes beginnt vor siebzig Jahren. Herbert Gronitz Metallblas-Instrumentenmacher aus Markneukirchen, hatte klare Vorstellungen wie sein Geschäft zu organisieren war . Neben dem Ladengeschäft wurde auf den Bau von hochwertigen Metallblas- instrumenten besonderer Wert gelegt. Diesem Konzept sind die heutigen Inhaber und langjährigen Mitarbeiter Karl-F. Günther und Dietrich Kleine-Horst bis jetzt treu geblieben. Waren es in den 50er und 60er Jahren vor allem die legendären Gronitz Doppeltuben, die für Furore sorgten, konzentrierte man sich in der Zeit danach besonders auf die Entwicklung von Großinstrumenten mit Pumpventilen, die bis heute in der ganzen Welt begeisterte Anhänger gefunden haben. Seit 1995 gilt eine besondere Aufmerksamkeit den Konzerttrompeten. Aus der Standard-Serie, die besonders für Blaskapellen interessant sein dürfte, wurden mit professionellen Bläsern die Meister-Instrumente entwickelt - variable Modelle, die für jeden Anspruch individuell ausgestattet werden können. Die Konstruktion dieser Trompeten orientiert sich deutlich an "traditionellen Vorbildern" hier scheinen Instrumente aus dem Kölner Raum eine besondere Rolle zu spielen. Wir werden sehen... |
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| Zunächst mal bin ich erstaunt, dass das Projekt "Gronitz" auch heute noch von den beiden Inhabern alleine betrieben wird. Da ist Teamarbeit und klare Aufgabenteilung gleichermaßen gefordert, denn neben dem Neubau gilt es, das Ladengeschäft zu betreuen und Reparaturen auszuführen. Das setzt professionelle Einstellung voraus, die ich auch nach dem Auspacken an unserem Testinstrument sofort erkennen kann. | ||
| Meisterklasse Alles an ihr ist hervorragende Handwerkskunst. Ausgesuchte Materialien wie Goldmessing, Neusilbermaschine und Neusilberzüge, handgefeilte Drahtstützen, ein Trigger, der sich unauffällig einfügt und Verzierungen in Zwingen und Mundrohr so muss eine professionelle Trompete aussehen. Die Verarbeitung kann mühelos jeden Kritiker überzeugen: Auch bei ganz genauen Hinsehen gibt es an diesem Instrument nicht den kleinsten Schwachpunkt zu entdecken - ich bin wirklich begeistert. Die Konzerttrompete kommt mit 11,4 mm Bohrung in der großen Mensur daher, was man auch sofort am weiten Schallbecher erkennt. Das verwendete Material sieht traumhaft aus, auch unlackiert glänzt mir Goldmessing und Neusilber entgegen. Druckwerk und Ventilmaschine steuert Meinlschmidt bei, das ist bei professionellen Konzerttrompeten heute fast schon Tradition. Man kann sie mit zwei verschiedenen Ventilsystemen ordern. Das Modell "Christoph Baerwind" ist mit traditionellen Wechseln (mit Zungen) ausgestattet durch die Konstruktion ergibt sich in der Ventilmaschine etwas mehr Widerstand. Freier bläst sich eine offene Zylinderbohrung mit entsprechend angepassten Ventilverbindungen. Durch diese Bauart ist leichteste Ansprache in allen Lagen garantiert. Individualität ist Trumpf und hier ist nur der kleine Fachbetrieb in der Lage, alle Wünsche sachgemäß zu realisieren |
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| Produktübersicht und Preise |
| Modellbezeichnung: | B-Konzerttrompete Gronitz Modell "Christoph Baerwind" | |
| Technische Daten: | Schallbecherdurchmesser 138 mm, Bohrung 11,4 mm | |
| Ausführung: | Goldmessing /Neusilberinstrument, Trigger am dritten Zug, | |
| wechselbares Mundrohr, Überblasklappe | ||
| keine Oberflächenvergütung | ||
| Lieferumfang: | Ohne Zubehör | |
| Preise: | Meister-Instrument: 2.845,- EUR | |
| Überblasklappe: 154,- EUR | ||
| Lackierung: 147,- EUR | ||
| Versilberung: 258,- EUR |
| Individuelle Anpassungen sind jederzeit möglich. |
| Internet: www.gronitztuba.de |
| Das dritte Ventil wurde mit dem "Plopp-Schutz" versehen: In die Ventilbüchse wird ein kleines Loch gebohrt, damit der Trigger auch bei nicht gedrücktem Ventil ohne Widerstand betätigt werden kann. Die Luft kann durch das Loch in das System strömen und ebenso ungehindert wieder entweichen. Diese Konstruktion kann für den Bläser tatsächlich eine Erleichterung bringen: Der Trigger darf schon kurz vor Betätigen des Ventils gedrückt werden; das gefürchtete "Schleifen" des Tons wird unterbunden. Selbst bei kleinen Details macht man bei Gronitz offenbar keine Kompromisse. | ||
| Nicht nur traditionelle Vorbilder haben bei der Gronitz Pate gestanden: die sehr weite Bauart des Schallstücks wirkt sehr individuell. Dadurch zeigt die Gronitz Trompete auch optisch Größe. Manches erinnert jedoch deutlich an den Kölner Trompetenmacher: Die Stützen sind perfekt gebaut und zurecht gefeilt; die Verzierungen an Zwingen und Mundrohr sind gleichmäßig von Hand eingedreht und ohne jeden Makel. Hier darf man nicht mehr fragen, wer es besser macht. Beide Kollegen erreichen die volle Punktzahl. Das gilt natürlich auch für die Konstruktion des Hauptstimmzuges. Bei unserem Testinstrument ist er mit einer c Überblasklappe versehen, die für den vierten Finger auf Anhieb bequem zu erreichen ist, wie bei Monke, fällt mir dazu nur ein. Das Druckwerk liegt perfekt in der Hand und ein wechselbares Mundrohr kann nicht genauer passen, sonst würde es den Status "wechselbar" verlieren. Gäbe es da nicht die unauffällige Mundrohr-Gravur "Gronitz Hamburg" - man hätte es tatsächlich für ein Instrument aus der Kölner Werkstatt halten können. Was ich auch betrachte: Das "traditionelle Vorbild" ist bei der Gronitz meist präsent - in manchen Details beschreitet sie aber auch eigene Wege. Der Anblastest wird sehr interessant werden. | ||
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| Vielfalt
Die Konzerttrompete - für viele Bläser im Rheinland und weit darüber hinaus ist das immer noch die Monke aus Köln - Ehrenfeld. Legen wir die Gronitz Trompete einfach mal daneben und warten ab. Schon nach wenigen Minuten geht es dann hin und her, es wird verglichen, diskutiert und natürlich intensiv ausprobiert. Die Gronitz läuft hervorragend, und der klassische Trompetensound ist in jeder Facette präsent. |
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| Hierfür dürfte neben der großen Ventilbohrung (die man auch etwas kleiner in 11,0 mm und 11,2 mm haben kann) die weite Mensur des Schallstücks verantwortlich sein. Auffällig ist die sehr leichte Ansprache, die durch geschmiedete Stützen und einen Hauptstimmzug mit großer Rohrstütze individuell verändert werden kann. Ein engeres Mundrohr vielleicht oder eine geringere Wandstärke im Schallstück? Bei Gronitz ist man auf alles vorbereitet und kann auch ausgefallene Wünsche realisieren. Doch was soll man beim Modell "Christoph Baerwind" noch anders machen? Ein hervorragendes Instrument in allen Lagen, mit sehr viel Volumen und perfekter Intonation. Selbst Problemtöne wie hohes f, fis und g sind hier ohne Tonausgleich zu meistern - hervorragend! | ||
| Trotz Goldmessingbecher überwiegen bei diesem Instrument die obertonreichen Frequenzen. Die Höhe erklingt hell, strahlend und deutlich präsent. Das ist der ideale Sound für den Solisten. Wer es einen Kick dunkler mag, sollte den Hauptstimmzug mit der Rohrstütze verwenden; sie sorgt für etwas mehr Widerstand und Bedämpfung. In der Tiefe produziert die Gronitz Trompete damit deutlich mehr Volumen, ohne jemals undeutlich oder gar muffig zu werden. JederTon kann exakt artikuliert werden - ein Genuss für Bläser und Zuhörer. | ||
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| Zurück in Hamburg Natürlich will jetzt jeder wissen, wer gewonnen hat - Köln oder Hamburg. Diesmal punktet Gronitz, obwohl es morgen schon wieder Monke sein kann. Mit dem Modell "Christoph Baerwind" haben wir endlich mal wieder eine perfekte Trompete gesehen. Herausragende Qualität zeigt die handwerkliche Verarbeitung - hier muss ein Spezialist am Werk gewesen sein. Sie ist mit besten Zutaten ausgestattet und produziert einen wunderschönen Klang. Die leichte Ansprache hat alle Tester sofort in ihren Bann gezogen und die Intonation ist in allen Lagen perfekt. Das Design der Gronitz ist dem "Kölner Modell" in manchen Details nachempfunden; es wirkt dabei aber nicht plump oder einfach nur kopiert, sondern durchaus eigenständig. Hier kann alles individuell abgestimmt werden, jeder Bläser wird von Karl F. Günther persönlich betreut und beraten. |
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| Und damit sind wir wieder in der Werkstatt in Hamburg angekommen. Habe ich was vergessen? Ach ja, der Grundpreis von 2.999,- EUR ist für dieses Meister-Instrument auf jeden Fall angemessen; bei Gronitz sind verschiedene Modelle für Testzwecke immer vorrätig und helfen, die persönliche Wunschliste abzuarbeiten. Die dürfte bei dem Modell "Christoph Baerwind" sehr übersichtlich sein. | ||
| Pro und Contra |
| + | perfekte handwerkliche Arbeit | |
| + | beste Zutaten | |
| + | Ansprache individuell regelbar | |
| + | Konzerttrompetensound der Spitzenklasse | |
| + | hervorragende Intonation | |
| + | sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |